Das Kind des Saturn

von Teresa Edgerton

Teleri ist Zauberlehrling am Hof von Celydonn. Doch ihr Lehrmeister Glastyn ist bereits seit Jahren verschwunden, und so lebt sie unauffällig im Magierturm vor sich hin und lernt allein aus Büchern.

Eines Tages kündigt sich im Schloß hoher Besuch an: Diaspad, die Halbschwester von König Cynwas, zieht mit ihrem Gefolge in Celydonn ein. Sie will ihren Sohn als Thronfolger des kinderlosen Cynwas etablieren, und schreckt nicht vor Intrigen und schwarzer Magie zurück.

Ich fand die Prämisse des Buches etwas schwach. Ein kinderloser König, der einen einzigen Neffen im richtigen Alter hat – der bietet sich doch als Erbe geradezu an, egal was die Tante für schwarze Magie hat. Dafür, dass Zauberlehrling Teleri in die Fußstapfen von Magier Gastyn tritt, zaubert sie sehr, sehr, sehr wenig. Ceilyn, Ritter im Dienste der Königin, freundet sich so halb mit Teleri an, und hat ein Geheimnis. Das wäre total spannend gewesen, wenn es nicht kurz nachdem wir es erfahren, für den Rest des Buches völlig unerwähnt bliebe. Ach doch, auf der allerletzten Seite spielt es eine Rolle.

Die Handlung plätschert so vor sich hin – höfisches Leben, kleine und mittlere Intrigen, ein paar leicht magisch angehauchte Vorkommnisse. Irgendwie fehlt der rote Faden. Am Schluss gibt es eine Verschwörung, von der wir als Leser aber überhaupt nicht wissen was das soll, und wozu die Aktion eigentlich dient. Nach dem Showdown bricht die Handlung ziemlich abrupt ab, es fehlt irgendwie die Auflösung.

Alle Orts- und Personennamen sind auf Walisisch, was das Lesen manchmal recht anstrengend macht, weil man sich die Namen nur schwer merken kann und nie so recht weiss, wer was wo tut. So ging es mir jedenfalls. Am Anfang des Buches ist eine Karte, die mir aber kaum geholfen hat, und ein Namensverzeichnis mit Aussprache-Hinweisen. Das fand ich eher doof, denn wenn sich ein Autor dafür entscheidet, völlig abgefahrene Namen und Schreibweisen zu verwenden, dann hat er mir als Leser nicht vorzuschreiben, wie ich die in meinem Kopf auszusprechen habe. Obendrein standen da wenig hilfreiche Hinweise drin wie: “-ll wird ausgesprochen wie -ll auf Walisisch” und “..alle Namen werden walisisch ausgesprochen, ausser die, wo ich mich für eine andere Aussprache entschieden habe.” – Ach so. Du mich auch.

Ich habe auch nicht herausgefunden wer das titelgebende Kind ist, oder was es mit dem Saturn zu tun hat, der auch nicht vorkommt.

Alles in allem werde ich wahrscheinlich nicht weiterlesen.

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Nauru Burning

von Mark Isaacs

Australien, das vielen von uns als Einwandererland bekannt ist, hat ein immens strenges System für Asylbewerber und Flüchtlinge. Sie werden noch vor der Küste abgefangen, und auf verschiedenen Pazifikinseln interniert, ohne jemals einen Fuß auf Australischen Boden zu setzen. Dort sind sie oft monate- oder jahrelang inhaftiert bevor über ihren Asylantrag entschieden wird. Viele werden dann am Ende nicht von Australien, sondern von Papua-Neuguinea aufgenommen.

Das wird von der westlichen Welt fast nicht wahrgenommen, denn Journalisten ist der Aufenthalt auf solchen Inseln wie Manus oder Nauru nicht gestattet, und auch Hilfsorganisationen sind dort nicht erwünscht. Politiker, die sich auf den Inseln für die Flüchtlinge einsetzen, werden kurzerhand gefeuert und deportiert.

Was 2013 mit einem friedlichen Protest im Flüchtlingslager von Nauru begann, eskalierte zu einem gewalttätigen Aufstand, an dessen Ende das Lager in Schutt und Asche lag, und viele Menschen verletzt wurden. Hunderte Flüchtlinge wurden willkürlich verhaftet und angeklagt, den Aufstand geplant oder angezettelt zu haben.

Mark Isaacs, der bereits ein Buch über Nauru geschrieben hatte, veröffentlich in diesem kurzen eBook die Aussagen von Beteiligten auf beiden Seiten, und versucht, das Geschehen chronologisch nachzuzeichnen.

Dieses Buch ist Teil meiner literarischen Südsee-Kreuzfahrt.

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Tatort Unterelbe

von Monika Heil

Kriminalgeschichten zwischen Buxtehude und Cuxhaven.

In jeder dieser Geschichten aus dem Elbe-Weser-Dreieck kommt jemand auf die unterschiedlichsten Weisen zu Tode. Manche haben es verdient, manche nicht. Manche Täter werden geschnappt, manche nicht. Was mir gut gefallen hat war, dass die Schauplätze alle eine kurze Hintergrundbeschreibung bekommen haben. So steht dort nicht nur, die Hochzeit findet auf Schloss Agathenburg statt, sondern auch wer es gebaut hat, und wo es liegt.

Bis auf einen Schauplatz kannte ich alle Tatorte persönlich, was dann natürlich gleich doppelt so viel Spaß gemacht hat.

Ich bin während meiner Recherchen zu Regionalkrimis in und um Stade auf dieses Bändchen gestoßen, und war gleich davon angetan. Es stand ein paar Monate auf meiner Wunschliste, bis ich es kürzlich zum Geburtstag bekommen habe. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen – der Schreibstil ist locker, flockig, amüsant und angenehm zu lesen.

Ich werde mir auf jeden Fall auch die anderen Bücher von Monika Heil ansehen!

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Abenteuer lass nach

von Scott Meyer

Im dritten Band der Magic 2.0 Reihe geraten Philipp und seine Kumpanen in ein schlecht erdachtes Computer-Abenteuer, das Todd sich als Rache für seine Verbannung ausgedacht hat. Martin und Gwen eilen zu Hilfe, doch sie scheinen immer zu spät zu kommen.

Das Besondere an dieser Reihe ist, dass sie primär als Hörbuch konzipiert wurde. Entgegen sonst gängiger Praxis erscheinen immer zuerst die englischen Hörbücher, erst DANACH die Bücher.

Ich bin sowieso kein Fan von Hörbüchern, weil meine Aufmerksamkeit ständig wandert, wenn meine Augen nicht selber lesen können. Für Scott Meyer habe ich eine Ausnahme gemacht, und habe die ersten beiden Bände auf englisch gehört, und auch ganz gut gefunden.

Hier jedoch stieß meine Geduld an ihre Grenzen. Ich mag es nicht, wenn jeder Witz so oft widergekäut wird dass er echt nicht mehr witzig ist. Da Martin und Gwen Philipp und den anderen Zauberern auf ihrer Quest folgen, erlebt man auch jede Wendung zweimal, was mich irgendwann genervt hat.

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Todsünde (Rizzoli & Isles #3)

von Tess Gerritsen

Dies ist der dritte Band der beliebten Rizzoli & Isles Reihe, und ist der erste Band, in dem die beiden auch als Hauptakteurinnen zusammenarbeiten.

Eine junge Nonne wird ermordet aufgefunden. Ausserdem gibt es einen erschossenen Industriellen, und einen rätselhaften Leichenfund in einem abbruchreifen Restaurant. Die Fälle scheinen absolut nichts miteinander zu tun zu haben, doch als das FBI mit neuen Informationen auftaucht, entspinnt sich ein Netz aus Lügen und Vertuschung, das nur schwer zu entwirren ist.

Ich bin erst ganz spät darauf gekommen, wer der Mörder ist, auch als ich das Motiv schon längst herausbekommen hatte.

Rizzoli versöhnt sich etwas mit ihrer Mutter Angela, was ich sehr schön fand, denn die familiären Beziehungen im Hause Rizzoli sind doch ziemlich verfahren, und haben mich in den ersten beiden Bänden schon etwas frustriert.

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Der Meister (Rizzoli & Isles #2)

von Tess Gerritsen

Seit Jane Rizzoli den Chirurgen hinter Gitter gebracht hat, ist ein Jahr vergangen. Eine neue Mordserie bringt Rizzoli mit Detective Korsak aus einem benachbarten Bezirk zusammen. Einige Aspekte am Tatort deuten darauf hin, dass der Chirurg etwas mit den Morden zu tun hat. Doch der ist hinter Schloß und Riegel….. zumindest bis er aus dem Gefängnis ausbricht und untertaucht. Zwei kranke Mörder auf freiem Fuß, die sich zusammentun? Und dann taucht auch noch das FBI auf. Jane wird wieder aufs Äußerste gefordert.

In diesem Band taucht auch Maura Isles endlich auf. Aber wie schon bei Jane Rizzoli geschehen, entspricht auch Maura Isles in der Fernsehserie nicht der Romanvorlage. Im Buch hat sie schwarze Haare und ihr Kleiderstil ist eher Gothic, also gar nicht die Gucci tragende Blondine aus dem Fernsehen.

Diesmal habe ich nicht erraten wer der zweite Mörder ist, mein Verdacht hat sich überhaupt nicht bestätigt.

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Litersum I – Musenkuss

von Lisa Rosenbecker

Wenn Musen Künstlern Ideen schenken, was machen dann Anti-Musen? Genau – Ideen auslöschen. Malou ist so eine Anti-Muse, und bekommt ihre Aufträge direkt aus der Musen-Agentur im Litersum – dem Literarischen Universum, dass für die Buchwelten zuständig ist.

Als jedoch zwei ihrer ‘Kunden’ hintereinander in der realen Welt ermordet werden, bevor sie ihren Auftrag ausführen kann, gerät sie in den Fokus der Ermittler von Scotland Yard.

Das Litersum ist eine geniale Welt, die mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Malou weiß am Anfang des Buches selbst nicht sehr viel über diese Welt, und so entdeckt der Leser mit ihr zusammen immer neue Aspekte und Zusammenhänge.

Etwas nervig fand ich die ziemlich holperige Romanze, die meiner Meinung nach nichts zu der Geschichte beigetragen hat. Wenn die beiden einfach nur Freunde geworden wären, hätte absolut nichts gefehlt.

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Die Chirurgin (Rizzoli & Isles #1)

von Tess Gerritsen

Dies ist der Auftakt zur Rizzoli & Isles Reihe, auf der die gleichnamige Fernsehserie beruht.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Maura Isles kommt in diesem Band überhaupt noch nicht vor. Und Rizzoli sieht auch nicht so aus wie im Fernsehen. Ich hatte natürlich die große, schöne, erfolgreiche Jane Rizzoli aus dem Fernsehen vor Augen, als ich das Buch aufschlug. Doch die Vorlage im Buch is klein, durchschnittlich, hat ein kantiges Gesicht, und kämpft ständig gegen die Vorurteile ihrer männlichen Kollegen. Nur die dunkle Lockenpracht stimmt.

Jane Rizzoli, einziges weibliches Mitglied der Mordkommission vom Boston P.D. wird mit einem bestialischen Mord konfrontiert. Der Täter hat offensichtlich medizinisches Wissen, und wird vom Profiler “Der Chirurg” getauft. Bald geschehen weitere Morde, und Jane geht bis an ihre Grenzen um den unheimlichen Täter zu schnappen.

Den deutschen Titel “Die Chirurgin” finde ich abgrundtief schlecht gewählt.

Spoiler

Der Mörder ist ein Mann, und er wird “Der Chirurg” genannt. Die weibliche “Chirurgin” ist eine Frau, die der Täter im Visier hat. Sie spielt natürlich eine wichtige Rolle, aber es geht eigentlich um den männlichen Täter – eben “Der Chirurg”. Dass die Frau zufällig auch Chirurgin ist, ist eigentlich egal, sie hätte auch Krankenschwester sein können.

[collapse]

Ich fand den Fall sehr spannend, allerdings hatte ich bereits in Kapitel 10 eine Ahnung, wer der Täter sein könnte, die sich auch bestätigt hat. Ich glaube, das ist auch gewollt, denn es gibt immer wieder Passagen, in denen wir in die Gedankenwelt des Täters eintauchen, und so immer etwas mehr wissen als Rizzoli und ihre Kollegen.

Ich greife jedenfalls umgehend zur Fortsetzung!

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Meine Schwester, die Hummelkönigin

von Patrizia Jannini

Erfolgreiche Frau zieht nach dem Tod ihrer Mutter aus der Großstadt in einen kleinen Ort, um sich um ihre ältere geistig behinderte Schwester zu kümmern. Das beschreibt eine Freundin von mir in jeder Hinsicht, also habe ich das Buch gekauft um zu sehen ob es noch mehr Parallelen gibt.

Anfangs kommt es alles ziemlich dicke, und es hat sich alles gegen Ally verschworen, aber spätestens nach der Hälfte des Buches wurde es langweilig. Der Heimatort ist eine wahre Utopie – jeder ist nett, gut, hilfsbereit, schlau, fleissig und freundlich. Jeder. Ohne Ausnahme. Selbst die Zwölfjährige. Und alle Männer wollen natürlich etwas von ihr, sind dabei alle zärtlich, unaufdringlich, warten geduldig ab bis Ally sich für einen von ihnen entscheidet, und können natürlich ohne sie nicht leben.

Ich habe echt darauf gewartet ob jetzt langsam noch irgendein Höhepunkt kommt. Irgendeine dramatische Wendung. Das Haus brennt ab. Aiden ertrinkt mit seinem Kayak. Stan verklagt sie auf Unterhalt. Jemand macht sich öffentlich über Emma lustig. DRAMA EBEN! Aber da kam nichts. Wie auch, wenn alle so unglaublich nett, lieb, hilfsbereit und verständnisvoll sind.

War eher froh als es vorbei war.

Bonus: Emma’s Blaubeer-Pie Rezept ist hinten abgedruckt.

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Chickenfeed

von Minette Walters

East Sussex in den 1920er Jahren. Die Leiche von Elsie Cameron wird in einem Hühnergehege entdeckt. Ihr Verlobter Norman Thorne wird des Mordes angeklagt, verurteilt und gehängt. Soweit die wahre Begebenheit.

Minette Walters erzählt in dieser Novelle, wie sich Elsie und Norman in London kennenlernen und sich eine Beziehung entwickelt. Elsie drängt Norman dazu, in East Sussex einen Hühnerhof zu gründen, um Geld für die Hochzeit und die darauf folgende Ehe zu verdienen. Doch Norman kommt nicht zu potte, und die Hochzeit wird immer wieder verschoben.

Die Details der Geschichte sind frei erfunden, nur der Ausgang beruht auf Tatsachen. Aber hat Norman Elsie wirklich ermordet, oder war es möglicherweise ganz anders?

Eine hervorragende Episode für Minette Walters Fans.

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