Miss Boston and Miss Hargreaves

von Rachel Malik

Im Erwachsenenalter erfuhr Rachel Malik, dass ihre angeblich früh verstorbene Großmutter Rene gar nicht so früh gestorben war, sondern von der Verwandschaft totgeschwiegen wurde. Sie begann zu recherchieren, und entdeckte eine spannende Lebensgeschichte, die sie in diesem Roman erzählt:

Rene Hargreaves aus Manchester lässt Ehemann und Kinder im Stich und meldet sich zur Land Army. 1940 wird sie als landwirtschaftliche Helferin auf den Hof von Elsie Boston in Berkshire geschickt, wie so viele “Land Girls”, die in Kriegszeiten die Männerarbeit auf den Bauernhöfen verrichten.

Elsie und Rene freunden sich an, und bald verbindet sie eine tiefe Zuneigung. Es entsteht eine Beziehung, die in guten wie in schlechten Zeiten hält. Sie verlieren zwar den Hof in Berkshire, bleiben aber zusammen und ziehen kreuz und quer durch England bis sie sich Ende der 50er Jahre in Cornwall niederlassen.

Das Idyll wird gestört, als Onkel Ernest in ihr Leben einbricht und alles durcheinander bringt. Die Beziehung von Elsie und Rene wird auf eine harte Probe gestellt.

Für mich war es ein sehr persönliches Buch, denn Rachel Malik ist zwar die Enkelin von Rene Hargreaves – aber meine beste Freundin ist die Großnichte von Elsie Boston. Die Einzelheiten und Dialoge (sowie Namen von Verwandten und einigen Orten) sind zwar fiktiv, aber die Eckdaten der Geschichte und die Lebensgemeinschaft von Elsie und Rene haben wirklich stattgefunden.

Der Abenteurer auf dem Thron: Richard Löwenherz

von Régine Pernoud

Das Leben von Richard Löwenherz ist sehr spannend. Als zweitgeborener Sohn von Heinrich II von England sollte er eigentlich gar nicht König werden. Schon als junger Prinz wird er Kronerbe von Aquitanien, das er von seiner Mutter bekommt. Sein ganzes Leben verbringt er mit Feldzügen, und ist während seiner Regierungszeit kaum in England anwesend.

Ich habe mir das Buch gekauft, weil mich der Titel sehr angesprochen hat. Leider ist mir das Niveau, auf dem Régine Pernoud berichtet, einfach zu hoch. Sie ist eine berühmte Historikerin, und das merkt man auch. Es gibt kaum einen Grafen, Herzog, Prinzen, oder Fürsten der Richard jemals über den Weg gelaufen ist, den Pernoud nicht aufzählt.

Ich habe es bis zu Richards 19. Lebensjahr geschafft, und hatte an dem Punkt bereits völlig den Überblick verloren, wer welches Schloss, Anwesen, Burg, oder Provinznest besitzt, bewohnt, zum Aufstand anstachelt, angreift, belagert, schleift, oder wieder aufbaut. Für jemanden, der all diese erwähnten mittelalterlichen Adeligen richtig (oder auch nur ungefähr) einordnen kann, ist dies mit Sicherheit ein sehr spannendes Buch.

Mich hat es allerdings in meine geschichtlichen Grenzen gewiesen.

Bücher machen Freunde

Ruth hat mich getagged mit dem “Bücher machen Freunde” Tag, den sie sich mit ihrem Buchclub “All You Can Read” ausgedacht hat. Zuerst dachte ich, das ist ja ganz einfach, aber es war dann doch etwas kniffeliger als gedacht.

Pratchett buchstabiert Pratchett

Ich buchstabiere PRATCHETT nur mit Terry Pratchett Büchern 🙂

Da meine Sammlung auf englisch ist, habe ich die englischen Titel verwendet, aber ich sage euch natürlich, wie sie auf deutsch heissen.

Lesemonat Februar 2020

Heute mal mit schiefer Kamera (hihi): im Lesemonat Februar habe ich wieder 4 Bücher beendet.

Die Titel verlinke ich euch hier:

In 80 Büchern um die Welt: Südsee-Kreuzfahrt (Teil 2)

Kia ora, haere mai! Das ist Maori und heißt “Hallo, herzlich willkommen!” Für mein Langzeitprojekt “In 80 Büchern um die Welt” habe ich eine Südsee-Kreuzfahrt zusammengestellt.

Die Titel verlinke ich euch hier.

Teil 1 der Kreuzfahrt findet ihr hier: https://youtu.be/hWENydrYxsc

Bücher aus Teil 2:

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Erstkontakt mit Violine

von Nadja Neufeldt

Normalerweise lese ich Kurzgeschichten häppchenweise. Lege das Buch nach ein, zwei Geschichten weg. Nutze sie als Zwischengang bevor ich ein neues Buch anfange.

Diesmal nicht! Die Geschichten haben mich so gefesselt, dass ich sie in einem Rutsch weggelesen habe. Der Folgeband mit mehr Geschichten liegt schon hier.

Besonders gefallen haben mir die Geschichte mit dem Nachtregen, und die namensgebende Geschichte mit der Violine. Bin schon sehr gespannt auf mehr.

Der Schatten des Chamäleons

von Minette Walters

Charles Acland ist Soldat mit jeder Faser. Als er bei einem Einsatz im Irak schwer verletzt wird, zieht es ihm den Boden unter den Füßen weg. Der vormals fröhliche, offenherzige Charles wandelt sich im Krankenhaus zu einem verschlossenen, aggressiven Einzelgänger, der jegliche Aufmerksamkeit und Zuneigung zurückweist.

Als er aus dem Krankenhaus – und der Armee – entlassen wird, muss er sich in London ein neues Leben aufbauen. Er eckt überall an, bis er zufällig die Bekanntschaft von Jackson macht, die ihm Paroli bietet. Bald gerät er unter Mordverdacht, als ein Mann, mit dem er eine Auseinandersetzung hatte, erschlagen wird. Auch die anderen Opfer der Mordserie starben an Tagen, an denen Charles in London war und für die er nur wackelige Alibis hat. Doch was sollte sein Motiv sein?

Und wenn es Charles nicht war, wer war es dann?

Nachdem ich gleich zwei Bücher hintereinander abgebrochen hatte, brauchte ich ein Buch von dem ich vorher schon wusste, dass es gut wird. Minette Walters hat mich da wirklich noch nie enttäuscht. Ich liebe ihre Art, das Buch mit Dokumenten zu durchsetzen – Zeitungsartikel, Memos, Vernehmungsprotokolle, und so weiter.

Auch diesmal bleibt es wieder spannend bis zum Schluss. Und auch wenn ich von Anfang an auf Charles’ Seite stand, gab es dennoch einen Punkt, wo selbst ich an seiner Unschlud zweifeln musste – war er es am Ende doch?

Minette Walters hat sich die 5 Sterne auf jeden Fall verdient!