Die unsichtbare Bibliothek

von Genevieve Cogman

Dies war ein Buddy Read mit einer Freundin. Sie hat das Buch auf deutsch gelesen, ich auf englisch.

Die unsichtbare Bibliothek existiert zwischen den Universen, und man kann von dort aus in viele verschiedene alternative Welten gelangen. Bevölkert wird sie von Bibliothekaren, die nicht altern, und die Bücher verwalten, sortieren, und sammeln. Als Junior wird man in den Aussendienst geschickt, um in den verschiedenen Welten bestimmte und besondere Bücher zu besorgen.

Irene ist so eine Bibliothekarin, und wird mit einem neuen Lehrling auf eine Mission in eine gefährliche Welt geschickt. Sehr schnell stellt sich heraus, dass es schwieriger wird als gedacht, denn das Buch wurde gestohlen. Auch mit ihrem Lehrling stimmt irgendetwas nicht, und ihre persönliche Widersacherin Bradamant mischt sich ungefragt in Irenes Mission ein. Obendrein scheint auch Alberich – abtrünniger Ex-Bibliothekar und Erzfeind der Bibliothek – seine Finger mit im Spiel zu haben.

Genevieve Cogman hat vorher für Rollenspiel-Verlage geschrieben, und das merkt man auch. Während das Abenteuer in der Welt während der Mission rasant und spannend ist, werden die Hintergründe – in diesem Fall die Bibliothek – fast ausschliesslich durch Erzählungen erklärt, wir ‘erleben’ die Bibliothek kaum, sondern ab und zu kommt so ein kleiner Infodump. Meine Freundin hat das während des Buddy-Reads mehr gestört als mich, ich war im Großen und Ganzen ziemlich zufrieden mit dem Schreibstil.

Ich werde auf jeden Fall weiterlesen.

Amazon Thalia Buch24 Buecher.de

Das Kind des Saturn

von Teresa Edgerton

Teleri ist Zauberlehrling am Hof von Celydonn. Doch ihr Lehrmeister Glastyn ist bereits seit Jahren verschwunden, und so lebt sie unauffällig im Magierturm vor sich hin und lernt allein aus Büchern.

Eines Tages kündigt sich im Schloß hoher Besuch an: Diaspad, die Halbschwester von König Cynwas, zieht mit ihrem Gefolge in Celydonn ein. Sie will ihren Sohn als Thronfolger des kinderlosen Cynwas etablieren, und schreckt nicht vor Intrigen und schwarzer Magie zurück.

Ich fand die Prämisse des Buches etwas schwach. Ein kinderloser König, der einen einzigen Neffen im richtigen Alter hat – der bietet sich doch als Erbe geradezu an, egal was die Tante für schwarze Magie hat. Dafür, dass Zauberlehrling Teleri in die Fußstapfen von Magier Gastyn tritt, zaubert sie sehr, sehr, sehr wenig. Ceilyn, Ritter im Dienste der Königin, freundet sich so halb mit Teleri an, und hat ein Geheimnis. Das wäre total spannend gewesen, wenn es nicht kurz nachdem wir es erfahren, für den Rest des Buches völlig unerwähnt bliebe. Ach doch, auf der allerletzten Seite spielt es eine Rolle.

Die Handlung plätschert so vor sich hin – höfisches Leben, kleine und mittlere Intrigen, ein paar leicht magisch angehauchte Vorkommnisse. Irgendwie fehlt der rote Faden. Am Schluss gibt es eine Verschwörung, von der wir als Leser aber überhaupt nicht wissen was das soll, und wozu die Aktion eigentlich dient. Nach dem Showdown bricht die Handlung ziemlich abrupt ab, es fehlt irgendwie die Auflösung.

Alle Orts- und Personennamen sind auf Walisisch, was das Lesen manchmal recht anstrengend macht, weil man sich die Namen nur schwer merken kann und nie so recht weiss, wer was wo tut. So ging es mir jedenfalls. Am Anfang des Buches ist eine Karte, die mir aber kaum geholfen hat, und ein Namensverzeichnis mit Aussprache-Hinweisen. Das fand ich eher doof, denn wenn sich ein Autor dafür entscheidet, völlig abgefahrene Namen und Schreibweisen zu verwenden, dann hat er mir als Leser nicht vorzuschreiben, wie ich die in meinem Kopf auszusprechen habe. Obendrein standen da wenig hilfreiche Hinweise drin wie: “-ll wird ausgesprochen wie -ll auf Walisisch” und “..alle Namen werden walisisch ausgesprochen, ausser die, wo ich mich für eine andere Aussprache entschieden habe.” – Ach so. Du mich auch.

Ich habe auch nicht herausgefunden wer das titelgebende Kind ist, oder was es mit dem Saturn zu tun hat, der auch nicht vorkommt.

Alles in allem werde ich wahrscheinlich nicht weiterlesen.

Amazon Medimops Buecher.de

Abenteuer lass nach

von Scott Meyer

Im dritten Band der Magic 2.0 Reihe geraten Philipp und seine Kumpanen in ein schlecht erdachtes Computer-Abenteuer, das Todd sich als Rache für seine Verbannung ausgedacht hat. Martin und Gwen eilen zu Hilfe, doch sie scheinen immer zu spät zu kommen.

Das Besondere an dieser Reihe ist, dass sie primär als Hörbuch konzipiert wurde. Entgegen sonst gängiger Praxis erscheinen immer zuerst die englischen Hörbücher, erst DANACH die Bücher.

Ich bin sowieso kein Fan von Hörbüchern, weil meine Aufmerksamkeit ständig wandert, wenn meine Augen nicht selber lesen können. Für Scott Meyer habe ich eine Ausnahme gemacht, und habe die ersten beiden Bände auf englisch gehört, und auch ganz gut gefunden.

Hier jedoch stieß meine Geduld an ihre Grenzen. Ich mag es nicht, wenn jeder Witz so oft widergekäut wird dass er echt nicht mehr witzig ist. Da Martin und Gwen Philipp und den anderen Zauberern auf ihrer Quest folgen, erlebt man auch jede Wendung zweimal, was mich irgendwann genervt hat.

Amazon Thalia Buch24 Buecher.de

Litersum I – Musenkuss

von Lisa Rosenbecker

Wenn Musen Künstlern Ideen schenken, was machen dann Anti-Musen? Genau – Ideen auslöschen. Malou ist so eine Anti-Muse, und bekommt ihre Aufträge direkt aus der Musen-Agentur im Litersum – dem Literarischen Universum, dass für die Buchwelten zuständig ist.

Als jedoch zwei ihrer ‘Kunden’ hintereinander in der realen Welt ermordet werden, bevor sie ihren Auftrag ausführen kann, gerät sie in den Fokus der Ermittler von Scotland Yard.

Das Litersum ist eine geniale Welt, die mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Malou weiß am Anfang des Buches selbst nicht sehr viel über diese Welt, und so entdeckt der Leser mit ihr zusammen immer neue Aspekte und Zusammenhänge.

Etwas nervig fand ich die ziemlich holperige Romanze, die meiner Meinung nach nichts zu der Geschichte beigetragen hat. Wenn die beiden einfach nur Freunde geworden wären, hätte absolut nichts gefehlt.

Amazon  Thalia  Buch24  Buecher.de

Das unendliche Licht

von Thomas Finn

Der Irrlichfänger Kai muss mitansehen, wie sein Dorf zerstört, und seine Großmutter ermordet wird. Untote Piraten sind die Elbe heraufgesegelt, um die Irrlichter zu stehlen, und Kai entkommt nur knapp dank der Hilfe von Elfe Fi und Gargoyle Dystariel. Er reist mit ihnen nach Hammaburg, der Stadt der Windmacher und Magier, um Zauberlehrling zu werden.

Das Buch war fantastisch, denn es kamen so viele tolle magische Wesen vor, dass ich mich gar nicht mehr eingekriegt habe. Gargoylen sind mal etwas wirklich seltenes in Fantasybüchern, und auch Däumlinge kommen nicht so oft vor, und dass es auch noch einen Klabautermann gibt, war für mich die Krönung.

Es gibt allerdings etwas Verwirrung, was die Reihenfolge angeht:

Ursprünglich was Das unendliche Licht Band 1 der Chroniken der Nebelkriege.

Mittlerweile ist es aber auf Platz 2 verschoben worden, denn Band 4 wurde zu Band 1 ernannt, und jetzt geht die Tetralogie mit Der silberne Traum los. Alles klar? Ich sage ja: verwirrend.

Magic – An Anthology of the Esoteric and Arcane

Herausgeber: Jonathan Oliver

Diese Kurzgeschichtensammlung zum Thema Magie umfasst 15 Geschichten von verschiedenen Autoren.

Besonders gut gefallen haben mir die Beiträge von Sofia McDougall (‘Mailerdeamon’) und Gail Z. Martin (‘Buttons’), die verdienen 5 Sterne. Die Geschichte von Gemma Files (‘Nanny Grey’) habe ich übersprungen, weil ich die erste Seite so unangenehm fand, das ich den Rest gar nicht wissen wollte.

Jede Geschichte beschäftigt sich mit dem Thema Magie, aber auf die unterschiedlichsten Arten. Von der Voodoo Göttin bis hin zum schummelnden Hütchenspieler ist alles mögliche dabei. Ich frage mich allerdings, warum das Cover so nach SP-Anfänger aussieht.

Der Spiegel der Erinnerung / Das magische Relikt

von Ian Irvine

Die Drei Welten Reihe des Australiers Ian Irvine habe ich vor fast 20 Jahren in Neuseeland entdeckt. Der Originaltitel dieser beiden Bücher lautet A Shadow on the Glass, und ist ein einziger Band. Ich muss gestehen, ich habe die deutsche Übersetzung noch nie gelesen, und einem Verwandten, dem ich die beiden Bücher besorgt habe, hat sie überhaupt nicht gefallen.

Ich dagegen liebe die Reihe (auf englisch), und habe mir den ersten Teil wieder aus dem Regal geholt nachdem ich eine Sammlung von Kurzgeschichten aus dieser Welt gelesen hatte, und richtig Heimweh nach Santhenar bekam.

So heisst die Welt, auf der die Geschichte beginnt. Zusammen mit Tallallame und Aachan bildet es die drei Welten, die zwar miteinander verbunden, aber seit tausend Jahren voneinander abgeschnitten sind.

Das Abenteuer handelt von Karan und Llian, die auf einer typischen Heldenreise sind: jedesmal, wenn sie glauben, ihrem Ziel nahe zu sein, werden ihre Pläne durchkreuzt und die ganze Mission verändert sich. Dabei reisen sie kreuz und quer durch Meldorin, einer großen Insel im westlichen Santhenar. Auf den Kontinent kommt man in diesem Teil der Geschichte noch nicht, aber es ist ja auch erst der Auftakt zu einer spannenden Saga.

Murphy – Rache ist süß

von Nicole Gozdek

Murphy’s Gesetz besagt, das alles, was schiefgehn kann auch schiefgehen wird. Als lebendes Sprichwort springt Murphy – unsichtbar für die Menschen – von Ort zu Ort und sorgt dafür, dass das auch so bleibt. Doch dann gerät seine Welt aus den Fugen und die Verwicklungen nehmen ihren Lauf.

Dieses Buch ist an manchen Stellen so urkomisch dass ich Tränen gelacht habe! Vor allem Friedrich hat es mir angetan (den müsst ihr aber selber kennenlernen, mehr verrate ich nicht).

Nicole hat mit ihrem Buch eine Idee verarbeitet, die mir so noch nie untergekommen ist: was, wenn Sprichwörter real wären? Ein Unglück kommt selten allein, Rache ist süß, Liebe macht blind – was, wenn das alles von Personen bewirkt wird, die wir nicht sehen oder begreifen können? Und was passiert, wenn plötzlich nicht mehr alles nach Plan läuft?

Trotz aller Komik bleibt das Buch aber durchweg spannend und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen.

Es ist nicht das erste mal, dass ich dieser Autorin 5 Sterne vergebe – Nicole Gozdek hat’s einfach drauf.

Die Magie der Namen

von Nicole Gozdek

Namen haben Macht, das wissen wir spätestens seit Ursula LeGuin’s Earthsea Saga. In Mirabortas haben sie sogar so viel Macht, dass sie ihre Träger von Grund auf verändern. Deshalb tragen Kinder auch keine Namen, sondern Nummern, bis ein Namensfinder ihnen am Ende der Schulzeit ihren wahren Namen verrät und damit auch gleichzeitig ihren Beruf, ihre Erscheinung und ihre Vergangenheit.

Das ganze Konzept der Namensmagie hat mich sofort fasziniert, denn ich habe selbst mehrere unterschiedliche Namen, die von unterschiedlichen Leuten benutzt werden. Jedes mal, wenn ich einen neuen Namen bekommen habe, habe ich mich auch ein Stück weit selbst neu erfunden.

Im Ausland trug ich z.B. einen ganz anderen Vor- und Nachnamen als zu meiner Schulzeit in Deutschland. Im nächsten Land bekam ich wieder einen neuen Namen, weil meine Kollegen Probleme mit der englischen Aussprache hatten. Ich fing sozusagen immer wieder ganz neu an – neuer Job, neue Kontakte, neue Sprache – und ein neuer Name, der noch ein ganz unbeschriebenes Blatt war. Sich selbst ganz neu definieren zu dürfen hat tatsächlich etwas magisches, und macht zumindest mir auch Spaß.

So habe ich ein Stück weit eine Art Namensmagie am eigenen Leib erfahren können, und habe deshalb ganz besonders mit Nr. 19 mitgefiebert. Was bedeutet sein neuer Name – und was für eine Person wird er werden?

Die Geschichte hat mich sehr gefesselt, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr Penumbra

5stars

von Robin Sloan

Dies ist so ein unterhaltsames Buch!

Es gab gleich mehrere Dinge die ich sofort ganz toll fand. Zum einen die Buchhandlung. Die Beschreibung war genau so, wie ich mir einen mysteriösen Buchladen vorstelle, der ein Geheimnis verbirgt. Ausserdem fand ich Bibliotheken die Leitern haben um die oberen Regale zu erreichen schon immer toll. Eine Leiter die gleich drei Stockwerke hoch geht verdreifacht die Großartigkeit natürlich.

Ich mochte auch Mr Penumbra selbst, er hat mich an einen älteren Herrn erinnert für den ich im Ausland mal gearbeitet habe.

Und dann ist da natürlich noch meine Namensvetterin, die cool, klug und schlagfertig ist. Das fand ich sehr schmeichelnd, denn sie war so wie ich gerne wäre wenn ich cool, klug und schlagfertig wäre.

Am allerbesten fand ich das Puzzle. Ich liebe Buchstaben und Typographien und geschriebene Wörter, deshalb war das genau mein Ding. Ich habe beim Lesen sogar Buchstabenkekse geknabbert, weil ich so ein Wörter-Nerd bin.

amazon-button