Kommentar: Das brennende Land

von Bernard Cornwell

Dies ist vielleicht das Beste Buch der Serie bisher.

Hauptsächlich, weil so viele Dinge die sich schon lange angebahnt haben, endlich zu einem Abschluss kommen. Ich habe beim Lesen mehrmal gedacht “Endlich passiert das-und-das!”

Gleichzeitig ist es voller Neuanfänge, neuer Allianzen und neuer Konflikte.

Uhtred’s Hauptquest Bebbanburg wiederzubekommen ist natürlich noch aktuell, wird aber – wie immer – durch andere Ereignisse in den Hintergrund gedrängt. Das ist übrigens kein Spoiler, denn wir wissen ja das diese Quest noch einige Bücher lang weitergeht.

Besondern mochte ich Edward, was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Wenn man sieht was für ein unangenehmer Mensch sein Vater ist, und wie jung und zerbrechlich er immer beschrieben wird bis wir ihn tatsächlich treffen, hatte ich einen Schwächling erwartet, der keinesfalls einen Krieg anzetteln würde, und schon gar nicht gegen Dänen. Und er ist tatsächlich ein Schwächling, aber ich mochte dass ihn das nicht aufhält.

Und heilige Lotte, Alfred und seine Ränkeschmiederei schonwieder! Schon klar, was sonst – aber seinen neusten Plan habe ich nicht durchschaut bis es schon zu spät war. Ich glaube sogar Uhtred ist dahintergekommen bevor es bei mir klick machte.

Tolles Buch!

 

Kommentar: Schwertgesang

von Bernard Cornwell

Wieder mal ist Uhtred in den Dienst Alfred’s getreten. Er hat einen Schwur geleistet, und ist damit beschäftigt die Grenzen von Wessex zu sichern.

Doch dann besetzen die Dänen Lundene, das eigentlich nicht in Wessex liegt, aber den Handel auf der Themse kontrolliert. Uhtred wird ausgesandt um die Dänen zu vertreiben und Lundene wieder unter Wessexsche Kontrolle zu bringen. Doch wird Alfred ihn diesmal dazu bringen, seinen Schwur zu brechen und sich gegen ihn zu stellen?

Ich mochte diesen Band der Saga sehr, denn die Dänen machen Uhtred ein unschlagbares Angebot, dass ihm Freiheit von Alfred und Freiheit von Wessex verspricht. Sie sind so überzeugend, dass ich mir nicht sicher war was er tun würde. Aber natürlich macht er alles was er anfängt zu 100% – aber auch diesmal?

Die Geschichte von Aethelflaed hat mir sehr gut gefallen, und das Ende davon habe ich nicht kommen gesehen. Es war sehr verwirrend, aber Cornwell geht sicher dass man am Ende trotzdem noch weiss was los ist, obwohl man zwischendurch manchmal denkt “Hä, wie jetzt?” Ich bin mir sicher wir sehen sie nicht zum letzten Mal, sie wird bestimmt in Zukunft nochmal auftauchen.

Kommentar: Die Herren des Nordens

von Bernard Cornwell

Dieser Band der Uhtred Saga ist um einiges flotter als Der weiße Reiter.

Es ist auch ein Buch voller überraschender Wendungen, die ich nicht kommen gesehen habe bis sie passierten. Es war wirklich schwer das Buch nach dem ersten Teil aus der Hand zu legen, und ich habe den Großteil in einer Nacht durchgelesen.

 

Ich mochte Hild und ihre Geschichte. Es gab eine echte Hilda um diese Zeit, die später sogar heiliggesprochen wurde, und ich möchte gern annehmen dass es sich um dieselbe Person handelt. Während der bisherigen drei Bücher hat Uhtred seine Frauen mit Respekt und Freundlichkeit behandelt, Eigenschaften die ich eigentlich nicht erwarten würde von einem harten Krieger in einem Land dass von gewalttätigen Auseinandersetzungen zerrissen ist.

Aber wo ich gerade Auseinandersetzungen erwähne – diesmal gibt es eigentlich keinen richtigen großen Krieg. Eher eine Reihe von Scharmützeln und viel bewaffnetes Gerangel um die Vorherrschaft der Königreiche. Also viele kleine Kriege. Ich mochte die Politik in diesem Buch, die Art und Weise wie sich Leute mit den unwahrscheinlichsten Gegenspielen verbünden, nur um sich gegenseitig wieder in den Rücken zu fallen wenn sich das Blatt wendet.

In diesem Band findet man auch meine absolute Lieblinsszene aus der ganzen Saga, aber ich werde sie hier nicht verraten – Spoilers!

Kommentar: Der weisse Reiter

4stars

von Bernard Cornwell

Wessex wird immer noch von den Dänen bedroht, jetzt noch mehr als jemals zuvor. Wieder einmal muss Uhtred sich für eine Seite entscheiden. Bleibt er loyal zu seinem König, oder wird er Ragnar folgen? Doch wie Uhtred uns gerne erinnert, das Schicksal ist unberechenbar, und so geht er seinen eigenen Weg, komme was da wolle.

Am Anfang des Buches werden einige Fragen beantwortet die am Ende des letzten Bandes offengelassen wurden. Doch Uhtred kann natürlich nicht lange stillsitzen, und verschwindet bei der allerersten Gelegenheit die sich bietet, um auf Abenteuerreise zu gehen. Das hat eine Menge Spass gemacht, und ich wünschte es hätte noch länger gedauert.

 

Etwa ein Drittel des Buches in der Mitte handelt hauptsächlich von Alfred, den ich nicht leiden kann. Obwohl er immer einen Masterplan verfolgt, schafft er es dabei trotzdem irgendwie allen anderen jedes persönliche Ziel zu vereiteln. Und er geht einem ganz erbärmlich auf den Senkel. Der Ort der Handlung hat meine Stimmung nicht gerade verbessert, und ich fing an mich etwas zu langweilen.

Doch als dieser Teil vorbei war wurde es wieder flott und abenteuerlich, und natuurlich endet es alles mit einer großen, glorreichen Schlacht, was eine Spezialität Cornwells ist. Blut, Tränen, Schlamm, Spucke, Äxte, Schwerter, Schilde, Speere – man ist wirklich mitten auf dem Schlachtfeld.

Die letzten paar Kapitel haben die etwas langweilige Mitte mehr als wieder wettgemacht, und ich gebe dem Buch liebend gerne 4 Sterne, anstatt der 3 auf die es zuerst zusteuerte.

 

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Kommentar: Das letzte Königreich

5stars

von Bernard Cornwell

Bernard Cornwell ist einer meiner Lieblingsschriftsteller, deshalb hätte ich nicht überrascht sein sollen als ich nach 2 Kapiteln festgestellt habe dass ich das Buch schon einmal gelesen hatte.

Ich konnte mich aber an die Details nicht mehr erinnern, so dass ich diese Runde ganz neu geniessen konnte.

Der kleine Osbert ist der zweite Sohn des Edelmannes Uhtred von Bebbanburg in Northumbria. Als zweitgeborenem steht ihm eigentlich das Priestertum bevor. Doch als er 10 Jahre alt ist, wird sein älterer Bruder von einfallenden Dänen ermordet und Osbert nimmt als neuer Kronerbe den Namen Uhtred an. Damit beginnt die Geschichte.

Die Dänen überfallen Englands Küsten und ziehen brandschatzend und mordend durch die angelsächsischen Lande. Als sie York besetzen versammeln die Angelsachsen ein großes Heer und ziehen in den Krieg um die Stadt zu befreien und die Dänen wieder aufs Meer zu vertreiben.

Doch das Schicksal ist unberechenbar, und Uhtred gerät in eine Situation die niemand voraussehen konnte. Er erlebt Abenteuer und macht das Beste aus seinen Umständen, doch dann wird seine Loyalität auf eine schwierige Probe gestellt.

Das Tempo der Geschichte ist großartig. Obwohl manchmal ganze Jahre von Uhtreds Kindheit übersprungen werden hat man nie den Eindruck dass die Geschichte zu schnell erzählt wird. Wir lernen eine Menge über ihn selbst und seine Umwelt, und wir lernen seine Taten und seine Erziehung zu verstehen. Als er sich entscheiden muss auf welcher Seite er eigentlich steht, ist der Leser genauso im Konflikt wie Uhtred selbst.

Das ist das größte Talent Cornwells – es sind nie die Guten gegen die Bösen, sondern es gibt immer zwei Seiten der Medaille, und beide Seiten haben ihre guten Gründe für ihr Verhalten. Das heißt nicht dass es keine Bösen gibt in dem Buch, doch das sind ganz individuelle persönliche Feinde Uhtreds, egal ob sie Angelsachsen oder Dänen sind.

Dies ist ein brillianter Auftakt zu einer Serie, und man kann gar nicht anders als die nächste Fortsetzung in die Hand zu nehmen, weil man einfach wissen muss wie es weitergeht.

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