Todsünde (Rizzoli & Isles #3)

von Tess Gerritsen

Dies ist der dritte Band der beliebten Rizzoli & Isles Reihe, und ist der erste Band, in dem die beiden auch als Hauptakteurinnen zusammenarbeiten.

Eine junge Nonne wird ermordet aufgefunden. Ausserdem gibt es einen erschossenen Industriellen, und einen rätselhaften Leichenfund in einem abbruchreifen Restaurant. Die Fälle scheinen absolut nichts miteinander zu tun zu haben, doch als das FBI mit neuen Informationen auftaucht, entspinnt sich ein Netz aus Lügen und Vertuschung, das nur schwer zu entwirren ist.

Ich bin erst ganz spät darauf gekommen, wer der Mörder ist, auch als ich das Motiv schon längst herausbekommen hatte.

Rizzoli versöhnt sich etwas mit ihrer Mutter Angela, was ich sehr schön fand, denn die familiären Beziehungen im Hause Rizzoli sind doch ziemlich verfahren, und haben mich in den ersten beiden Bänden schon etwas frustriert.

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Der Meister (Rizzoli & Isles #2)

von Tess Gerritsen

Seit Jane Rizzoli den Chirurgen hinter Gitter gebracht hat, ist ein Jahr vergangen. Eine neue Mordserie bringt Rizzoli mit Detective Korsak aus einem benachbarten Bezirk zusammen. Einige Aspekte am Tatort deuten darauf hin, dass der Chirurg etwas mit den Morden zu tun hat. Doch der ist hinter Schloß und Riegel….. zumindest bis er aus dem Gefängnis ausbricht und untertaucht. Zwei kranke Mörder auf freiem Fuß, die sich zusammentun? Und dann taucht auch noch das FBI auf. Jane wird wieder aufs Äußerste gefordert.

In diesem Band taucht auch Maura Isles endlich auf. Aber wie schon bei Jane Rizzoli geschehen, entspricht auch Maura Isles in der Fernsehserie nicht der Romanvorlage. Im Buch hat sie schwarze Haare und ihr Kleiderstil ist eher Gothic, also gar nicht die Gucci tragende Blondine aus dem Fernsehen.

Diesmal habe ich nicht erraten wer der zweite Mörder ist, mein Verdacht hat sich überhaupt nicht bestätigt.

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Litersum I – Musenkuss

von Lisa Rosenbecker

Wenn Musen Künstlern Ideen schenken, was machen dann Anti-Musen? Genau – Ideen auslöschen. Malou ist so eine Anti-Muse, und bekommt ihre Aufträge direkt aus der Musen-Agentur im Litersum – dem Literarischen Universum, dass für die Buchwelten zuständig ist.

Als jedoch zwei ihrer ‘Kunden’ hintereinander in der realen Welt ermordet werden, bevor sie ihren Auftrag ausführen kann, gerät sie in den Fokus der Ermittler von Scotland Yard.

Das Litersum ist eine geniale Welt, die mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Malou weiß am Anfang des Buches selbst nicht sehr viel über diese Welt, und so entdeckt der Leser mit ihr zusammen immer neue Aspekte und Zusammenhänge.

Etwas nervig fand ich die ziemlich holperige Romanze, die meiner Meinung nach nichts zu der Geschichte beigetragen hat. Wenn die beiden einfach nur Freunde geworden wären, hätte absolut nichts gefehlt.

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Die Chirurgin (Rizzoli & Isles #1)

von Tess Gerritsen

Dies ist der Auftakt zur Rizzoli & Isles Reihe, auf der die gleichnamige Fernsehserie beruht.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Maura Isles kommt in diesem Band überhaupt noch nicht vor. Und Rizzoli sieht auch nicht so aus wie im Fernsehen. Ich hatte natürlich die große, schöne, erfolgreiche Jane Rizzoli aus dem Fernsehen vor Augen, als ich das Buch aufschlug. Doch die Vorlage im Buch is klein, durchschnittlich, hat ein kantiges Gesicht, und kämpft ständig gegen die Vorurteile ihrer männlichen Kollegen. Nur die dunkle Lockenpracht stimmt.

Jane Rizzoli, einziges weibliches Mitglied der Mordkommission vom Boston P.D. wird mit einem bestialischen Mord konfrontiert. Der Täter hat offensichtlich medizinisches Wissen, und wird vom Profiler “Der Chirurg” getauft. Bald geschehen weitere Morde, und Jane geht bis an ihre Grenzen um den unheimlichen Täter zu schnappen.

Den deutschen Titel “Die Chirurgin” finde ich abgrundtief schlecht gewählt.

Spoiler

Der Mörder ist ein Mann, und er wird “Der Chirurg” genannt. Die weibliche “Chirurgin” ist eine Frau, die der Täter im Visier hat. Sie spielt natürlich eine wichtige Rolle, aber es geht eigentlich um den männlichen Täter – eben “Der Chirurg”. Dass die Frau zufällig auch Chirurgin ist, ist eigentlich egal, sie hätte auch Krankenschwester sein können.

[collapse]

Ich fand den Fall sehr spannend, allerdings hatte ich bereits in Kapitel 10 eine Ahnung, wer der Täter sein könnte, die sich auch bestätigt hat. Ich glaube, das ist auch gewollt, denn es gibt immer wieder Passagen, in denen wir in die Gedankenwelt des Täters eintauchen, und so immer etwas mehr wissen als Rizzoli und ihre Kollegen.

Ich greife jedenfalls umgehend zur Fortsetzung!

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Meine Schwester, die Hummelkönigin

von Patrizia Jannini

Erfolgreiche Frau zieht nach dem Tod ihrer Mutter aus der Großstadt in einen kleinen Ort, um sich um ihre ältere geistig behinderte Schwester zu kümmern. Das beschreibt eine Freundin von mir in jeder Hinsicht, also habe ich das Buch gekauft um zu sehen ob es noch mehr Parallelen gibt.

Anfangs kommt es alles ziemlich dicke, und es hat sich alles gegen Ally verschworen, aber spätestens nach der Hälfte des Buches wurde es langweilig. Der Heimatort ist eine wahre Utopie – jeder ist nett, gut, hilfsbereit, schlau, fleissig und freundlich. Jeder. Ohne Ausnahme. Selbst die Zwölfjährige. Und alle Männer wollen natürlich etwas von ihr, sind dabei alle zärtlich, unaufdringlich, warten geduldig ab bis Ally sich für einen von ihnen entscheidet, und können natürlich ohne sie nicht leben.

Ich habe echt darauf gewartet ob jetzt langsam noch irgendein Höhepunkt kommt. Irgendeine dramatische Wendung. Das Haus brennt ab. Aiden ertrinkt mit seinem Kayak. Stan verklagt sie auf Unterhalt. Jemand macht sich öffentlich über Emma lustig. DRAMA EBEN! Aber da kam nichts. Wie auch, wenn alle so unglaublich nett, lieb, hilfsbereit und verständnisvoll sind.

War eher froh als es vorbei war.

Bonus: Emma’s Blaubeer-Pie Rezept ist hinten abgedruckt.

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Chickenfeed

von Minette Walters

East Sussex in den 1920er Jahren. Die Leiche von Elsie Cameron wird in einem Hühnergehege entdeckt. Ihr Verlobter Norman Thorne wird des Mordes angeklagt, verurteilt und gehängt. Soweit die wahre Begebenheit.

Minette Walters erzählt in dieser Novelle, wie sich Elsie und Norman in London kennenlernen und sich eine Beziehung entwickelt. Elsie drängt Norman dazu, in East Sussex einen Hühnerhof zu gründen, um Geld für die Hochzeit und die darauf folgende Ehe zu verdienen. Doch Norman kommt nicht zu potte, und die Hochzeit wird immer wieder verschoben.

Die Details der Geschichte sind frei erfunden, nur der Ausgang beruht auf Tatsachen. Aber hat Norman Elsie wirklich ermordet, oder war es möglicherweise ganz anders?

Eine hervorragende Episode für Minette Walters Fans.

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Miss Boston and Miss Hargreaves

von Rachel Malik

Im Erwachsenenalter erfuhr Rachel Malik, dass ihre angeblich früh verstorbene Großmutter Rene gar nicht so früh gestorben war, sondern von der Verwandschaft totgeschwiegen wurde. Sie begann zu recherchieren, und entdeckte eine spannende Lebensgeschichte, die sie in diesem Roman erzählt:

Rene Hargreaves aus Manchester lässt Ehemann und Kinder im Stich und meldet sich zur Land Army. 1940 wird sie als landwirtschaftliche Helferin auf den Hof von Elsie Boston in Berkshire geschickt, wie so viele “Land Girls”, die in Kriegszeiten die Männerarbeit auf den Bauernhöfen verrichten.

Elsie und Rene freunden sich an, und bald verbindet sie eine tiefe Zuneigung. Es entsteht eine Beziehung, die in guten wie in schlechten Zeiten hält. Sie verlieren zwar den Hof in Berkshire, bleiben aber zusammen und ziehen kreuz und quer durch England bis sie sich Ende der 50er Jahre in Cornwall niederlassen.

Das Idyll wird gestört, als Onkel Ernest in ihr Leben einbricht und alles durcheinander bringt. Die Beziehung von Elsie und Rene wird auf eine harte Probe gestellt.

Für mich war es ein sehr persönliches Buch, denn Rachel Malik ist zwar die Enkelin von Rene Hargreaves – aber meine beste Freundin ist die Großnichte von Elsie Boston. Die Einzelheiten und Dialoge (sowie Namen von Verwandten und einigen Orten) sind zwar fiktiv, aber die Eckdaten der Geschichte und die Lebensgemeinschaft von Elsie und Rene haben wirklich stattgefunden.

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Der Abenteurer auf dem Thron: Richard Löwenherz

von Régine Pernoud

Das Leben von Richard Löwenherz ist sehr spannend. Als zweitgeborener Sohn von Heinrich II von England sollte er eigentlich gar nicht König werden. Schon als junger Prinz wird er Kronerbe von Aquitanien, das er von seiner Mutter bekommt. Sein ganzes Leben verbringt er mit Feldzügen, und ist während seiner Regierungszeit kaum in England anwesend.

Ich habe mir das Buch gekauft, weil mich der Titel sehr angesprochen hat. Leider ist mir das Niveau, auf dem Régine Pernoud berichtet, einfach zu hoch. Sie ist eine berühmte Historikerin, und das merkt man auch. Es gibt kaum einen Grafen, Herzog, Prinzen, oder Fürsten der Richard jemals über den Weg gelaufen ist, den Pernoud nicht aufzählt.

Ich habe es bis zu Richards 19. Lebensjahr geschafft, und hatte an dem Punkt bereits völlig den Überblick verloren, wer welches Schloss, Anwesen, Burg, oder Provinznest besitzt, bewohnt, zum Aufstand anstachelt, angreift, belagert, schleift, oder wieder aufbaut. Für jemanden, der all diese erwähnten mittelalterlichen Adeligen richtig (oder auch nur ungefähr) einordnen kann, ist dies mit Sicherheit ein sehr spannendes Buch.

Mich hat es allerdings in meine geschichtlichen Grenzen gewiesen.

Erstkontakt mit Violine

von Nadja Neufeldt

Normalerweise lese ich Kurzgeschichten häppchenweise. Lege das Buch nach ein, zwei Geschichten weg. Nutze sie als Zwischengang bevor ich ein neues Buch anfange.

Diesmal nicht! Die Geschichten haben mich so gefesselt, dass ich sie in einem Rutsch weggelesen habe. Der Folgeband mit mehr Geschichten liegt schon hier.

Besonders gefallen haben mir die Geschichte mit dem Nachtregen, und die namensgebende Geschichte mit der Violine. Bin schon sehr gespannt auf mehr.

Der Schatten des Chamäleons

von Minette Walters

Charles Acland ist Soldat mit jeder Faser. Als er bei einem Einsatz im Irak schwer verletzt wird, zieht es ihm den Boden unter den Füßen weg. Der vormals fröhliche, offenherzige Charles wandelt sich im Krankenhaus zu einem verschlossenen, aggressiven Einzelgänger, der jegliche Aufmerksamkeit und Zuneigung zurückweist.

Als er aus dem Krankenhaus – und der Armee – entlassen wird, muss er sich in London ein neues Leben aufbauen. Er eckt überall an, bis er zufällig die Bekanntschaft von Jackson macht, die ihm Paroli bietet. Bald gerät er unter Mordverdacht, als ein Mann, mit dem er eine Auseinandersetzung hatte, erschlagen wird. Auch die anderen Opfer der Mordserie starben an Tagen, an denen Charles in London war und für die er nur wackelige Alibis hat. Doch was sollte sein Motiv sein?

Und wenn es Charles nicht war, wer war es dann?

Nachdem ich gleich zwei Bücher hintereinander abgebrochen hatte, brauchte ich ein Buch von dem ich vorher schon wusste, dass es gut wird. Minette Walters hat mich da wirklich noch nie enttäuscht. Ich liebe ihre Art, das Buch mit Dokumenten zu durchsetzen – Zeitungsartikel, Memos, Vernehmungsprotokolle, und so weiter.

Auch diesmal bleibt es wieder spannend bis zum Schluss. Und auch wenn ich von Anfang an auf Charles’ Seite stand, gab es dennoch einen Punkt, wo selbst ich an seiner Unschlud zweifeln musste – war er es am Ende doch?

Minette Walters hat sich die 5 Sterne auf jeden Fall verdient!