Der wunderbare Massenselbstmord – Arto Paasilinna

Onni Rellonen will sich umbringen. Der Entschluss ist gefasst, er nimmt seinen Revolver und sucht sich ein geeignetes Plätzchen, um sich das Gehirn wegzupusten. Leider kommt ihm Oberst Kemppainen in die Quere, der sich gerade aufhängen will.

Nach der unfreiwilligen gegenseitigen Rettung vor dem Tod verbindet die beiden eine ganz besondere Freundschaft. Noch nie haben sie sich so verstanden gefühlt. Das sollte anderen Selbstmördern nicht vorenthalten werden, also sammeln sie im ganzen Land Gleichgesinnte ein, mit dem Ziel, sich gemeinsam und ganz spektakulär umzubringen. Was mit einer Zeitungsanzeige beginnt, verselbstständigt sich rasend schnell, und plötzlich können sich die beiden vor Zuschriften kaum noch retten.

Arto Paasilinna sinniert über die vielen Gründe, warum sich Menschen das Leben nehmen wollen, und zeichnet dabei ein sehr liebevolles Bild der finnischen Seele, die schwermütig ist und doch irgendwie am Leben hängt. Die Selbstmörder werden sehr bildlich beschrieben, und haben die unterschiedlichsten Beweggründe, sich Onni und dem Oberst anzuschliessen.

Ich musste an mehreren Stellen lauthals lachen, habe aber auch etwas über finnische Stereotypen gelernt.

Der Showdown am Ende der Reise war herrlich, wenn auch anders als erwartet. Dieses Buch ist mein Eintrag für Finnland auf meiner literarischen Europa-Reise. Unbedingt lesen!

ISBN: 978-3404170708
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 16. Sept. 2014
Seiten: 288
Preis: 12,00 Euro

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