Die Magie der Lüge – Nicole Godzdek

Im ersten Band Die Magie der Namen fragt sich Tirasan Passario immer wieder, ob er wohl Familie hat, irgendwo. Jawohl, hat er!

Anderta Passario lebt fern von Tirasan in einem anderen Fleckchen des Kontinents, und auch sie hat Wahrheitsmagie. Doch die setzt sie, anders als Tirasan, nicht unbedingt für gute Zwecke ein. Im Gegenteil, sie ist eine durchtriebene Gaunerin.

Ich wusste schon vor dem Lesen, dass die Hauptfiguren in diesem Band neue Personen sind, die im ersten Band nicht vorkamen, und dass Tirasan und seine Freunde hier nur als Nebendarsteller auftauchen. Insofern war ich weder überrascht noch enttäuscht, dass es erstmal nicht mit Tirasans Geschichte weitergeht. (Das hatte dem Buch, zumindest auf Goodreads, ein paar Sterne gekostet, fürchte ich.)

Die Autorin schafft es, Anderta so richtig unsympathisch wirken zu lassen. Das ist ein krasser Gegensatz zu dem extrem liebenswerten Tirasan aus dem ersten Band, und ich fand das sehr spannend. Es ist also nicht jeder, der die vermeintlich so gute und reine Wahrheitsmagie besitzt, auch gleich ein strahlender Held. Trotzdem war ich die ganze Zeit wirklich interessiert daran, mehr über Anderta herauszufinden.

Sehr gelungen fand ich die Idee, dass die Welt plötzlich einfach eine andere Vergangenheit hat, und offenbar nur Anderta und ihre Verwandten sich noch an die “alte” Welt erinnern können. Das rief eine Begebenheit aus meiner wilden Jugend in mein Bewusstsein zurück, an die meine Mutter und ich völlig unterschiedliche Erinnerungen haben, angefangen von der Kleidung die ich an dem Abend getragen hatte, bis hin zu meinem Alter zum Zeitpunkt der Episode. Wer hat Recht? In meinem Fall liegt die Wahrheit vielleicht irgendwo in der Mitte. Aber ich konnte mich deshalb einfach so richtig gut in Anderta hineinversetzen.

Ich finde diese Fortsetzung sehr gelungen!

ISBN: 978-3492704380
Verlag: Piper ivi
Erschienen: 1. Sept. 2017
Seiten: 336 Seiten
Preis: 16,00 Euro

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